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Gedanken zu den Stichworten Arbeit und ArbeitslosigkeitHier erst mal einige Thesen:
Der Lösungsvorschlag, der vor vielen Jahren auf Anregung der Grünen diskutiert wurde, war eine Grundrente, die jedem Bürger zusteht, egal ob er oder sie jemals etwas gearbeitet hat und ob er oder sie willens ist, zu arbeiten. Dies ist nur durchzusetzen, wenn sich gleichzeitig das Verhältnis der Gesellschaft zu Arbeit und Nicht-Arbeit grundlegend ändert. Durch diesen Anspruch und die Verändung im Bewusstsein würde sich die Stigmatisierung der Nicht-Arbeit und der nicht-bezahlten Arbeit grundlegend verändern. Wenn die Gesellschaft sich dazu durchringt, jedem eine Grundversorgung zur Verfügung zu stellen, so würde ich erwarten, dass der Wert von unentgeltlicher Arbeit, z.B. Kinderbetreung im privat organisierten Rahmen, steigt und zu einer wirklichen Alternative zur bezahlten Arbeit als Grundlage von Lebenssinn und Lebenszweck wird. Natürlich wären jede Menge Detailfragen zu klären, z.B. ab wann bekommt ein Jugendlicher den Anspruch auf die Rente, bekommt er sie auch dann, wenn er noch bei den Eltern wohnt, was passiert, wenn jemand etwas dazu verdient (wenn der volle Betrag dann von der Grundrente abgezogen würde, so wäre das ja nicht ermutigend dahingehend, junge Leute zu ermutigen, doch bezahlte Tätigkeiten aufzunehmen). Was ist mit dem Argument, dass dann ja niemand mehr arbeiten würde? Ich glaube, das Problem wird sich nicht stellen. Von der Grundrente könnten viele Bequemlichkeiten des Alltags, z.B. ein Auto, sicher nicht finanziert werden. D.h. es gäbe noch genügend Anreiz, einen gut bezahlten Job zu haben. Woher käme das Geld für die Grundrente? Wenn die Grundrente in der Größenordnung der Sozialhilfe liegt, so würde sich für viele Bezieher nur eine Verschiebung ergeben. Neu wäre vor allem der automatische Anspruch ohne dass beim Sozialamt gebettelt werden muss und die Einstellung der Gesellschaft zu (bezahlter) Arbeit. Fazit: Wir brauchen Faule, damit diejenigen, die die Arbeit für ihren Lebenssinn und Lebenszweck brauchen, Arbeit finden.
Gedanken zu den Anforderungen der PersonalchefsDer Standard, Wien, berichtet am 29.12.2006 zum Thema "Immer mehr Arbeitslose gründen eigene Unternehmen"
Irgendwie ist das schon eigenartig, wenn ich dann gleichzeitig in einer Studie der Aberdeen Group "The Employee Performance Management Benchmark Report" lese, dass die größten Sorgen der Personalchefs (und die "drivers" für die Einführung solcher EPM-Systeme [Employee Performance Management]) sind:
Wie kann das sein, dass die Personalchefs keine hoch-qualifizierten Mitarbeiter finden, und die Hoch-qualilfizierten keinen Job? Ebenfalls im Standard, 30.12.: "Im alten Jahr sind die großen Themen und die Paradoxien noch deutlicher geworden: Unternehmen finden nicht die Kompetenzen, die sie brauchen, weil sie oft jahrelang nur restrukturiert haben und neben Abbau der Aufbau beim Personal vergessen wurde. Tausende Facharbeiterstellen sind nicht zu besetzen. Das Problem ist ein europaweites. Gleichzeitig stehen Tausende auf der Straße, weil die Qualifizierung nicht mehr stimmt oder weil zwar eine "Mischung aus jungen Wilden und alten Hasen" als notwendig gilt, ab 45+ aber dann doch noch eher das Arbeitsmarktservice zuständig gemacht wurde." Ich habe das Gefühl, dass die Anforderungen der Personalchefs immer höher werden. Sie suchen den "Wunder-Wuzzi", der alles kann und viel viel Erfahrung hat, aber er darf nicht mehr kosten, als jemand frisch nach der Ausbildung. Dass er nicht viel kosten darf liegt daran, dass viele Kunden nur noch nach dem billigsten Produkt auswählen, die "Geiz ist geil"-Mentalität. (Ich weiß natürlich selbst, dass bei sinkenden Realeinkommen der Wunsch nach einem billigen Schnäppchen sehr verständlich ist, auch ich suche viele Artikel auf geizhals.at. Und damit haben wir das Ergebnis, dass der Personalchef mehr Leistung zu einem geringeren Preis einkaufen will, aber nicht kann). Den Aspekt "Geiz ist geil" greift auch Christian Leeb im Artikel ganzheitliches Wirtschaften auf.
Hier ein Buch zum Thema, das recht interessant zu sein scheint (und das ich selbst leider noch nicht gelesen habe). Wolfgang Engler, Bürger, ohne Arbeit. Philipp Schaumann, http://philipps-welt.info/
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