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Auszüge aus der Arbeit zur romantischen Liebe (siehe Link im Text):

Das traditionelle Liebes-Konzept

In traditionellen Gesellschaften ist die Ehe die Fortführung bestehender Lebens- und Arbeitszusammenhänge: Besitz, Herrschaft, Privilegien, wirtschaftliche Interessen. Die Generationenfolge steht im Vordergrund: der Einzelne erfährt sich als Teil einer genealogischen Abfolge, die er fortzusetzen hat. Der Mensch als „Nachkomme“.

Die Liebe zwischen den Ehepartnern ist keine Voraussetzung für die Ehe. Die gute christliche Ehe hat die Liebe zur Folge, nicht zur Voraussetzung. Liebe in der Ehe ist die „Summe häuslicher Verhaltenspflichten“, kein Ausdruck emphatischer psychophysischer Verbindung. Heirat als kollektive Angelegenheit, bis hin zur kollektiven Kontrolle des sexuellen Vollzugs der Ehe.

Drei neue Liebes-Konzepte

A) Das Konzept der vernünftigen Liebe

Ende des 17. Jhdts: ein erster Versuch einer Loslösung der Ehe aus ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingtheiten. Die vernünftige Liebe entspricht einer Moral, die affektbezogenes Verhalten unter den Vorbehalt der Vernunft stellt. Die Zuneigung wächst aus der Einsicht in die Tugendhaftigkeit des Partners. Anstelle der gesellschaftlichen Kriterien von Stand und Besitz treten die moralischen von Vernunft und Tugend, über die nicht mehr die Eltern, sondern die Heiratskandidaten selbst zu befinden haben. Die Ehe als Vertragsgemeinschaft zweier mündiger Subjekte als Idee der Aufklärung. Die Frau wird aufgewertet, bleibt aber Objekt männlicher Einschätzung.

B) Das Konzept der zärtlichen Liebe

Ehe als Institution für gemeinsam gelebte Empfindsamkeit. Ehe als Gefühlsgemeinschaft. Aufwertung der emotionalen Komponente, Gebot der Empfindungsintensität. Gemeinschaftsbildung nach dem Gefühl. Die Gefühle beziehen sich auf eine andere Person, deren moralische Qualitäten als liebenswert erfahren werden. Eine neue Spannung zwischen Sexualität und Liebe: Aufwertung der Gefühle, Warnung vor sexuellen Affekten, Betonung der ehelichen Sexualität, Verknüpfung sexueller Impulse mit moralischen Geboten und Transformierung in den Altruismus tugendhafter Gefühle. Die Aufwertung der Sinnlichkeit im Konzept der Liebesheirat verlangt eine Steigerung und Verinnerlichung von Kontrollinstanzen, die sichern, dass Sexualität erst in der Ehe stattfindet und auf die Ehe begrenzt bleibt.

C) Das Konzept der romantischen Liebe

Die Liebe wird unbedingt. Sie löst sich von den Geboten der Tugendhaftigkeit und erhebt einen Unbedingtheitsanspruch, der sich auf die Unvergleichlichkeit des / der Geliebten bezieht. Man kann nur eine einzige Person in dieser Weise lieben. Die Liebe als exklusive Zweier-Beziehung, abgeschottet gegen den Rest der Welt (Identität nach innen und paarbildende Differenz nach außen). Die romantische Liebe will alle Unterschiede zwischen den Partnern zu einer Einheit ohne Entfremdung verschmelzen.

  • Die Liebe sprengt die soziale Ordnung
  • Gegen die aufklärerische Idee einer Kontrolle der Gefühle, der Herrschaft der Vernunft über die Gefühle: die Liebe kommt aus einer „mysteriösen Tiefe“
  • Die Liebe als machtvolle Anziehung, als treibende Kraft jenseits des bewussten Wissens
  • Liebesfähigkeit = Empfindungsfähigkeit = Leidensfähigkeit
  • Die Ehe als „Seelengemeinschaft“, als lebenslange freundschaftliche Bindung
  • Die Liebe ist ewig. Sie bedarf keiner juristischen Sicherungen
  • Die Liebe hebt die Zeit auf
  • Die Einzigartigkeit der Liebe lässt die Bedingungen der Außenwelt irrelevant werden
  • Eine wechselseitige Hingabe zu Verschmelzung, Selbstfindung und Steigerung des Ich
  • Sexualität als Moment der Identitätsfindung.
  • Eine Autonomie-Konstruktion: man kann sein Leben, auch in dieser Hinsicht, selbstbestimmt in die Hand nehmen

Thema: Dating heute

Das Ideal der romantischen Liebe

Dating im Internet

Wie läuft das ab?

Was suche ich eigentlich?

Und wenn es dann ernst wird?

Romanzen ganz in Cyberspace - Second Life

Selbstständige erfolgreiche Frauen und Partnerwahl


Das Ideal der romantischen Liebe

Für die meisten Menschen ist heute die romantische Liebe ein wichtiger Teil der Lebensqualität. Romantische Liebe hat Konjunktur, auch wenn die Liebesheirat eine recht neuzeitliche Erfindung ist. Vor dem Ende des 18. Jahrhunderts war auch in Europa die von den Eltern arrangierte Zweckheirat viel üblicher. Bei Bauernkindern war oft ein wichtiges Kriterium, ob die Felder, die das zukünftige Paar erben würde, gut zusammenpassen. Erst in der Romantik entstand die Idee der so genannten "romantischen Liebesheirat" (unbekannte(r) Autor(in) der Uni Linz) für alle, bis dahin war das etwas, das sich Romanfiguren geleistet hatten.

Ein Völkerkundler von einem anderen Stern würde sich vermutlich wundern, wie viel Zeit, Aufwand und Energie wir Menschen heute für die Partnerwahl aufwenden, speziell der eigenen Partnerwahl, aber auch die ausführlichen Diskussionen und Kommentierungen der Partnerwahl unserer Mitmenschen. Auch der Aufwand den wir betreiben, um attraktiv zu erscheinen, ist erheblich. So belegen Untersuchungen (englisch), dass die finanziellen Aufwendungen der US-amerikanischen Damenwelt für die Schönheit, sei es für Kosmetik, Haarpflege oder Schönheitsoperationen, so hoch sind wie das US-Militärbudget.

Bis vor einem Jahrzehnt beschränkten sich die Möglichkeiten, seinen Traumpartner kennen zu lernen auf die Arbeit, den Freundeskreis, Parties und auch traditionelle Partnervermittlungen. Aber viele Singles haben damit erhebliche Probleme. An der Arbeit soll man keine Beziehung anfangen, hört man immer wieder (trotzdem beginnen hier immer noch 10% der Beziehungen) und in einer lärmenden, verrauchten Bar findet man oder frau auch nicht unbedingt den gesuchten Menschen (speziell, wenn ich Nicht-Raucher/innen suchen, die an solchen Orten eher seltener zu treffen sind).

Dating im Internet

Hier bringt Online-Dating im Internet für viele eine interessante zusätzliche Option. Statistiken besagen, dass in einigen Ländern bereits jede dritte Partnerschaft im Internet beginnt. Die Partnersuche im Internet hat durchaus Vorteile. Viele der Partnersites haben zigtausend Angebote, in jeder Altersgruppe, jeder Interessenlage, jeder Zielsetzung. Es kann viel spezifischer gesucht werden. Schon bei den Suchkriterien kann ich auswählen, ob ich einen Ehepartner, einen Partner für Hobby und Freizeit oder für einen Seitensprung suche. Auch gleichgeschlechtliche Partner können hier leichter gefunden werden. Ein kleiner Wermutstropfen: Dating Websites werfen mindestens die gleichen Probleme bezüglich Schutz der Privatsphäre auf wie andere Social Networking Websites. Auf meiner anderen Website informiere ich ausführlich darüber (siehe Link).

Wie läuft das ab?

Eine Liste von Partnerbörsen für die Schweiz finden sie z.B. unter speziellen Sites oder in den Suchmaschinen, z.B. google in D. oder google in Ö. oder google in CH. Eigentlich wird man im Internet ständig von solchen Angeboten bombardiert, wobei die direkt angebotenen nicht unbedingt die passendsten sein müssen.

Manche Dating-Websites sind kostenlos, andere verlangen eine Gebühr (diese Gebühren addieren sich mittlerweile für den Marktführer in den USA match.com zu einer sehr schönen Summe und auch yahoo.com macht mittlerweile einen guten Teil seines Umsatzes über die Partnersuche). Dating-Websites entwickeln sich zu dem nach der Pornographie lukrativsten Zweig im Internet. Dies ist ein Gebiet, auf dem viele viel eher Geld zu zahlen bereit sind, als z.B. für Informationen. (das bestärkt mich in meiner Theorie, dass wir Menschen nur Weniges ohne einen Hintergedanken an das andere Geschlecht tun).

Wer nicht an einer Fernbeziehung interessiert ist, sollte die Website, für die er oder sie sich entschließt, wohl besser auch danach auswählen, wo das besserere Angebot in der Nähe des Wohnorts zu finden ist. Manche der Websites haben ihre eigene spezielle Zielgruppe, so entwickeln sich immer mehr spezialisierte Dating-Website. Auf denen ist dann in der Regel das Angebot in der unmittelbaren Nähe nicht so groß, aber wenn für jemand entscheidend ist, dass der/die Partner/in auch Pferdenarr ist oder einen besonderen Sport teilt, so ist dies evt. zu empfehlen.

Auf der Website kann ich dann in der Regel erst mal unverbindlich schnuppern, wer bei dieser Partnerbörse registriert ist. Und die Angebote sind sehr unterschiedlich, z.B. abhängig davon, mit welcher Zeitschrift eine bestimmte Website verbunden ist (so gibt es Daten-Websites in Verbindung mit einer Reihe von Frauenzeitschriften, ein (weiterer) guter Grund für Männer, auch mal auf die Website der Frauenzeitschriften zu schauen. Der andere Grund wäre, dass man(n) dort evt das eine oder andere liest, was einem hilft, die Gedankenwege seiner Partnerinnen besser zu verstehen).

Wenn ich dann bei einer Website das Gefühl habe, dass mir das Angebot zusagt, dann wird es ernst. Potentielle Partner kontaktieren darf ich nur, wenn ich mich auch selbst anbiete. Dafür ist meist ein ausführlicher Fragebogen zu beantworten. Wichtig ist, dass ich mich dabei so darstelle, wie ich wirklich bin. Ehrlichkeit ist angesagt, denn irgendwann kommt ja mal der Augenblick der Wahrheit und dann hilft es nichts, wenn ich mich z.B. um 10 Kilo leichter gemacht habe (ein sehr übliches Vorgehen). Es gibt (kommerzielle) Websites die versuchen, die Suche auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen, indem sie z.B. einen psychologischen Test anbieten und danach die Möglichkeit bieten, dass (nur) von der Persönlichkeitsstruktur "passende" Partner angeboten werden.

Manche Leute schwören auf dieses Konzept. Es gibt dafür eine Reihe von Ansätzen. Zum Einen geht es dabei um die Frage, ob sich Gegensätze nun anziehen oder abstoßen - und welche Beziehungen eine höhere Überlebensrate haben, die die auf Gegensätze oder die, die Gemeinsamkeiten beruhen.

Eine andere Methode legt Wert darauf, wie Partner streiten, d.h. wie sie ihre Konflikte lösen. Untersuchungen zeigen, dass es durchaus auch stabil sein kann, wenn beide zum Verdrängen und Ignorieren eines Konflikts neigen.

Wer bin ich eigentlich? Wen suche ich eigentlich?

Der nächste Schritt ist die Erstellung meines eigenen Profils. Hier geht es darum, wie ich mich selbst darstellen möchte. Meist wird hierfür ein standardisierter Fragebogen angeboten, dessen Fragen mehr oder weniger Möglichkeiten bieten, mich interessant darzustellen. Zum Glück gibt es aber meist auch ein paar Felder, wo ich einfach einen Text eintragen kann.

Die Problematik der Privatsphäre beim Online-Dating

Das Veröffentlichen von persönlichen Eigenschaften, Wünschen und Vorlieben hat natürlich deutlich Auswirkungen auf die Privatsphäre. Natürlich wird Mann oder Frau sich nicht mit dem richtigen Namen ins Netz stellen, aber Anzeigen mit Foto haben eine deutlich höhere Erfolgschance und damit wissen alle die Bekannten, die ebenfalls in dieser Börse schauen, Bescheid und werden bei "Bedarf" den Rest der Bekanntschaft, Kollegen, etc. informieren.

Irgendwann kommt dann der Moment, wo Mann oder Frau sich dann (bei entsprechendem Gefallen des E-Mail Austausches) sehr wohl zu erkennen geben muss. Das ist dann auch der Augenblick, wo in vielen Fällen der nun gelernte Name erst mal in Google eingegeben wird (jemanden "googlen" ist im Englischen bereits ein reguläres Verb). Und jetzt findet der potentielle Partner alles das, was von ihnen oder über sie im Internet veröffentlicht wurde, z.B. Eintragungen in Gästebücher, Buchkommentare bei amazon.de, etc. Auf meiner Website sicherheitskultur.at verweise ich auf die neue Möglichkeit in den USA, die Ex-Partner "bei Bedarf" im Internet auch gründlich schlecht zu machen, sei es mit der Wahrheit oder auch mit Phantasie. Dies ist natürlich ein sehr unschöner Trend.

Ein anderes Thema ist die Sicherheit für Benutzer von Internet-Dating. Es geht u.a. im gemeinsame Regeln bez. Privatsphäre, aber auch um Tipps, wie ein Kunde sich sicherer verhalten kann. Dabei geht es z.B. um Schutz vor Stalking und vor Heiratsschwindlern, die natürlich auch das Internet entdeckt haben.

Teil des Profiles ist meist auch die Frage, was für eine Beziehung suche ich eigentlich? Will ich eher eine feste Beziehung oder doch lieber nur einen Freizeitpartner? Suche ich jemanden für gemeinsame Unternehmungen und Sport oder eher für Theaterbesuche und angeregte Diskussionen? Oder suche ich gleich jemand fürs Leben und Heirat? Oder nur für heißen Sex und Seitensprung, auch das wird meist angeboten? Männer, die angeben, eine feste Beziehung zu suchen, haben erwarteterweise erheblich mehr Zuschriften als solche, die zugeben, dass sie nur eine lockere Beziehung suchen. Umgekehrt haben Frauen, die eine lockere Beziehung suchen, deutlich mehr Zuschriften. (ein Link zu einer Studie dazu findet sich ganz unten)

Wenn jemand sich selbst als "beziehungsgeschädigt" sieht, so wird er oder sie wohl eher "Freizeitpartner" ankreuzen als "Beziehung", das klingt unverbindlicher und lässt doch alles offen. Anderseits, wenn jemand wirklich nur auf feste Beziehung oder Heirat aus ist, dann sollte das lieber auch so gesagt werden. Das ist ja einer der Vorteile des Internet-Datings, dass mann und frau seine Karten gleich auf den Tisch legen kann, ohne sich einen Korb zu holen. Statt abgewiesen zu werden, kommen einfach keine Zuschriften von denen, die etwas anderes suchen. Andererseits ist aber sehr oft, auch wenn "Freizeitpartner" angekreuzt ist, letztendlich bei dem "richtigen" Partner natürlich doch alles möglich.

Das Interessante am Internet-Dating ist, dass die meisten hier sehr offen sind. So zeigen Untersuchungen, dass die Ehrlichkeit im Internet deutlich höher ist, als z.B. am Telefon. Wenn ich den anderen wirklich treffen möchte, sie ist es unsinnig, wenn ich erzähle, dass ich gertenschlank bin, wenn das bei dem ersten Treffen sofort auffliegt. Ich vergeude keine Zeit damit, jemandem hinterher zu jagen, der letztendlich andere Interessen hat. Dadurch, dass die alle Angebote anonym sind gibt es weniger Grund, mit seinen wahren Interessen hinter dem Berg zu halten. Wen mein Profil nicht anspricht, der meldet sich eben einfach nicht auf meine Anzeige. So einfach ist das. Das heißt, ich kann gleich mit der Türe ins Haus fallen, und nur wem das auch passt, der soll sich melden.

Die Firma Amicas in Oberösterreich bietet im Rahmen ihrer Schule für ihre Flirt- und Partnersuche dafür sogar ganze Seminare dafür an, dass man oder frau herausfindet, wie der eigene Wunschpartner aussieht. Hier ist z.B. eines ihrer Hilfsmittel um Herauszufinden, was man oder frau eigentlich sucht. Die Themen der Seminare erscheinen mir recht interessant, wobei das meiste eher "verkopft" klingt. Aber für Menschen, die schon sehr lange bei der Partnersuche frustriert werden, scheinen sie durchaus gute Ansätze zu haben, auch weil das Flirten anscheinend an lebenden Objekten geübt wird. Dadurch kann man und frau hoffentlich lernen, dass das andere Geschlecht eigentlich bei jeder Gelegenheit angesprochen werden kann und dass die Gefahr, einen groben Korb zu bekommen, gar nicht so hoch ist, wie Schüchterne oft befürchten. Schon die Höflichkeit und auch die natürlich Neugier der Menschen führt oft dazu, dass selbst ohne originellen "Aufreiser" ein Gespräch zustande kommt.

"In den 18 Monaten unserer Internet-Bekanntschaft habe ich nie gemerkt, dass du ein Hund bist" - eine Anspielung auf den berühmten Cartoon im New Yorker 1993

Und wenn es dann ernst wird?

Für den ersten Kontakt per E-Mail richte ich mir am besten eine kostenlose anonyme E-Mailadresse ein, z.B. bei hotmail, yahoo, web.de, aonmail.at oder gmx.de. So kann man sich elektronisch beschnuppern, ohne dass die private E-Mail-Adresse oder Telefonnummern ausgetauscht werden müssen. Erst wenn beide genug Vertrauen haben, muss die Anonymität aufgeben werden. Für Männer werden immer wieder kommerzielle "Fallen" ausgelegt, z.B. wenn die Dame nur über eine kostenpflichtige 0900 oder 190-Nummer erreichbar ist. Dahinter verbirgt sich oft Telefonsex.

Und dann kommt irgendwann der Augenblick der Wahrheit, der grosse Moment, wo man sich zum ersten Mal trifft - F2F, face-to-face, wie die Profis sagen. Wer bis zu diesem Zeitpunkt etwas vorgespielt hat, hat jetzt eventuell ein Problem. Wie immer im Leben sollte ich ohne überhöhte Erwartungen zu dem ersten Treffen gehen.

Weitere Tipps sind:

  • Besser einen neutralen Ort wählen für das Treffen wählen, nicht zu sich nach Hause einladen oder zum Anderen nach Hause kommen
  • Sich nicht vorher festlegen, dass man den ganzen Abend Zeit hat (aber sich evt. doch lieber den ganzen Abend freihalten). Wenn vorher nur 2 Stunden am späten Nachmittag ausgemacht waren, dann kann man oder frau sich ja spontan entscheiden, doch noch was Essen oder Trinken zu gehen, falls der/die Andere einem wirklich zusagt
  • Lassen sie im Zweifelsfall lieber den Bauch als den Kopf entscheiden. Wenn sie ein komisches Gefühl haben, so lassen sie lieber die Finger von dem Anderen

 

Ein Wort der Warnung: wie überall im Leben so lauern auch auf Dating Websites Betrüger. IBM Internet Security hat in ihrem Quarterly Report July 2009 berichtet ab Seite 16 über Betrug im Internet (pdf) und berichtet wie Betrug auf Dating-Websites abläuft. In der Regeln kommen die Kontakte aus einem fernen Land und vor der ersten Begegnung muss Geld für Flugtickets, Visum-Anträge, etc. geschickt werden. Oder es wird auf die Tränendrüsen gedrückt, es wird von kranken Familienmitgliedern berichtet, die dringend Geld für medizinische Versorgung brauchen.

Und hier eine Studie, die das Verhalten auf Dating-Websites analysiert. Wer bekommt wie viele Angebote und von wem, wie begehrt ist ein bestimmter Typ. Hier die Studie "what makes you click" (engl, PDF, 352KB).

Die NY Times berichtet im Feb. 2006 über Website, wo Ex-Partner vor Online-Datern warnen können, mit denen sie schlechte Erfahrungen gemacht zu haben behaupten.

 


 

Selbstständige erfolgreiche Frauen und Partnerwahl

Auslöser der folgenden Abschnitte ist eine Artikel in der NY Times, 30.10.2005, in dem Maureen Dowd unter anderem beklagt, dass es für erfolgreiche Frauen extrem schwer ist, einen Lebenspartner zu finden. Sie bezieht sich hauptsächlich auf die USA, aber ähnliche Beobachtungen, auch statistisch erhärtet, gibt es aus vielen Ländern und nicht nur in westlichen Kulturen.

Es geht um die alte Beobachtung: Die Mehrzahl der Frauen versuchen, statistisch gesehen, "nach oben" zu heiraten, d.h. einen Mann zu finden, der mehr verdient, mehr Macht hat. Männer heiraten in der Regel, statistisch gesehen, "nach unten", d.h. eine Frau, die weniger Geld verdient, eine geringere soziale Stellung hat, jünger ist. Mehr dazu auch unter Evolutionspsychologie. Das Problem dabei ist, dass das Ganze auf diese Weise nicht aufgeht. Es bleiben dabei die erfolgreichen Frauen übrig, für die es nur wenige männliche Partner gibt.

Dafür werden eine Reihe von Gründen genannt, letztendlich läuft es in den meisten Fällen darauf hinaus, dass erfolgreiche Frauen zwar auf eine Reihe von Männern durchaus sehr anziehend wirken, aber die meisten Männer letztendlich doch Angst haben, mit diesen eine längerfristige Beziehung einzugehen, bzw. eine Familie zu gründen. Dies kann damit zusammenhängen, dass Männer in der Ehe dominant sein wollen, oder aber auch mit der Angst der Männer, dass eine solche Frau so viele Möglichkeiten hat, dass sie ihnen vermutlich nicht treu sein wird.

Hier einige Statistiken dazu: Sylvia Ann Hewlett, eine Wirtschaftswissenschaftlerin berichtet in ihrem Buch "Creating a Life: Professional Women and the Quest for Children" in 2002, dass 55% der erfolgreichen Frauen über 35 kinderlos waren. Und unter denen, die über 100 000 USD pro Jahr verdienten, waren es 49%, verglichen mit 19% bei den Männern. In 2005 ergab eine Studie von Forschern von 4 britischen Universitäten, dass bei Männern 16 zusätzliche IQ-Punkte die Ehechancen um 35% erhöhen, bei Frauen jedoch 16 IQ-Punkte mehr die Ehechancen um 40% senken.

Maureen Dowd bringt in ihrem NY Times Artikel noch einen Trend, dass es nämlich, zumindest in den USA mehr und mehr Bücher gibt die für Frauen auf Männersuche propagieren, dass die Frauen sich lieber rar machen sollten, nicht von sich aus anrufen, den Mann nicht ansprechen, nicht anrufen, etc. Das heißt, die Frauen sollen die "Jagd" lieber den Männern überlassen, weil die Männer das, angeblich, so wollen.

Ich persönlich habe etwas Zweifel an dieser Theorie und speziell für die erfolgreichen Frauen erscheint mir das kein erfolgversprechender Weg. Ich glaube, viele Männer scheuen wirklich davor zurück, aktiv auf eine erfolgreiche Frau zuzugehen, weil "sie ja beliebig viele andere Männer haben kann" (was gar nicht stimmt, weil nämlich fast alle Männer so denken, das gleiche Problem haben auch Frauen, die zu gut aussehen [ja, das gibt es auch]). Unter Männern gilt es als clever, keine zu attraktive Frau als langfristige Partnerin zu wählen, weil die angeblich weniger Chancen hat, untreu zu werden [was gar nicht stimmt]. Und die Attraktivität der Frauen liegt eben nicht nur auf dem Gebiet der Schönheit, sondern auch bei Charme, Esprit, Intelligenz, Witz. Und dafür braucht ein Mann sehr viel Selbstbewusstsein, um sich das zuzutrauen.

Daher denke ich, dass es für eine Frau, die aus den Gründen ihrer zu großen Attraktivität, z.B. durch Erfolg im Berufsleben, nicht von Verehrern belagert wird, durchaus wichtig ist, dass sie es ist, die auf den Mann zugeht und ihm sehr klar und deutlich zu verstehen gibt, dass sie ihn interessant findet und dass sie sich gut vorstellen kann, mit ihm eine Beziehung einzugehen und ihm treu zu bleiben. Sich rar machen sollte sich auch als Frau nur erlauben, wer eh genug Verehrer hat und aus dem vollen schöpfen kann.


 

Eine Anekdote zum Abschluss: ein 90-jähriger, der Zeit seines Lebens Single war, wird von einem Reporter befragt. "Warum haben Sie nie eine Beziehung gehabt?" - "Ich habe immer nach der perfekten Frau gesucht." - "Und, nie gefunden?" - "Doch, aber die hat den perfekten Mann gesucht."

 

Romanzen ganz in Cyberspace - Second Life

Avatar: in der IT eine künstliche Person oder ein grafischer Stellvertreter einer echten Person in einer virtuellen Welt, beispielsweise in einem Computerspiel. Diebstahl von Avataren oder von Ausstattungen von Avataren wird 2005 zu einem Sicherheitsproblem.

New Scientist berichtet April 2006 in einem Artikel "Love special: Modern romance", dass mittlerweile, zumindest in den USA, eine ganze Reihe von Teilnehmern in dem sehr populären Online-Rollenspiel Second Life dort nach Liebe und Beziehungen sucht. Es werden dort sogar Ehen zwischen den Avataren der Spieler geschlossen, die zum Teil lange andauern und manchmal sogar zu Ehen im richtigen Leben führen. (Mehr zu Aspekten von Second Life auch auf dieser Website).

    Zitat aus New Scientist: However, it is the nature of online interactions themselves that intrigues psychologists and sociologists. There is growing evidence that communicating online is more conducive to openness than a face-to-face rendezvous. "We tend to interact differently online," says Ren Reynolds, a virtual-world consultant based in the UK. "We tend to be more honest, more intimate with people." This is known as the "hyperpersonal" effect.

    Nick Yee of Stanford University, California, studies how the hyperpersonal effect operates in virtual worlds, where people get to know each other "from the inside out". "In real life we judge a person by their physical appearance and then we get to know their character and values. In a massively multiplayer online role-playing game, the reverse is true," he writes on the virtual-worlds blog Terra Nova. This is an experience that Erika, who is in her early 20s and moved to the UK from the US after meeting her husband Damien inside Second Life, has also enjoyed. "In real life you are usually first attracted to someone by their looks," she says. "However, online you can't touch or look. All you can see is their personality."

 

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Eine umfangreiche und sehr interessante soziologische Studie Partnerwahl Online.

Einige Zitate daraus:

    Die daraus leicht resultierende Folgerung, dass Online Interaktionen deshalb generell als unpersönlicher und unbefriedigender empfunden würden, lässt sich daraus allerdings nicht ohne weiteres ziehen. (Tidwell & Walther, 2002) Gemäss der der ?Social Information Processing Theory? (SIP) wird unter face-to-face Bedingungen zwar sehr rasch ein gewisses Vertrautheitsniveau erreicht, das nachher aber bald stagnieren oder sich sogar wieder abschwächen kann. In Online Interaktionen wächst Vertrauen langsamer, kann aber ?wenn genügend Zeit vorhanden ist ? ohne weiteres dasselbe Niveau wie bei persönlichen Deshalb vollzieht sich Kennen lernen beim Online Dating als ein sehr viel längerer Prozess, in dessen Verlauf die Partner phasenweise neue Merkmale über einander kommunizieren und in Erfahrung bringen. Diese zeitliche Ausdehnung des Prozesses bietet ferner viele Möglichkeiten, um mit Dritten über die Vorzüge und nachteile potentieller Partner zu sprechen und sich bei der Entscheidung von ihnen beeinflussen zu lassen.

    Während das konventionelle Kennenlernen von den sinnlich wahrnehmbaren Körpereigenschaften und Verhaltensweisen zu den verborgeneren Merkmalen der Persönlichkeit und ihrer Lebensweise voranschreitet, findet beim Online Dating in der Regel ein umgekehrtes Kennenlernen 'von innen nach aussen' statt: mit der Folge, dass die Partner einen grossen Spielraum haben, um selber über Zeitpunkt, Form und Inhalt ihrer Preisgaben zu entscheiden und in der Zeit, bevor man sich jemals getroffen hat, eine strategisch gezielte Form der Selbstdarstellung zu etablieren (Merkle/Richardson 2000).

    Allein der Mangel an körperlichen Wahrnehmungen und nonverbalen Stimuli zwingt die Kommunikationspartner dazu, im Prozess der wechselseitigen "Beschnupperung" und Annäherung umso stärker die verbale Ebene zu benutzen. Das hat zur Folge, dass sie rascher mehr persönliche Informationen von sich preisgeben und damit leicht bereits vor der ersten physischen Begegnung ein hohes Niveau wechselseitiger Vertrautheit erreichen.

 



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Philipp Schaumann, http://philipps-welt.info/, Stand: November 2005

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