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Themenübersicht Roboter

 

Roboter und ihre Geschichte

Wenn wir über Roboter reden, so meinen wir meist androide Roboter, d.h. Roboter, die wie Menschen aussehen. Das muss ja durchaus nicht so sein, wie das Heer der Industrieroboter zeigt, ohne die heute keine Automobilproduktion stattfindet. Roboter in Menschenform haben Vorteile (sie kommen überall da gut zurecht, wo sie eine Umgebung haben, die für Menschen entwickelt wurde), aber sie werfen auch viele Probleme auf. Da wäre z.B. die Schwierigkeit, sich auf 2 Beinen zu halten. Sie werfen aber auch psychologische Probleme für ihre Umgebung auf, mehr dazu weiter unten.

Es ist interessant, sich die Geschichte der Idee und des Begriffs Roboter anzusehen. Ein guter Artikel dazu hier von Roger Clarke. Er erklärt, dass die Idee eigentlich schon sehr alt ist. Sie hat zwei getrennte Ursprünge- Humanoide, das sind nicht-lebende Objekte die wie Menschen aussehen und Automaten. Bereits in der Ilias von Homer gab es Humanoide in der Geschichte der Pandora. Automaten (d.h. Maschinen, die selbstständig etwas ausführen) haben die Menschen schon immer fasziniert und waren schon bei den Griechen bekannt. Wichtig bei ihrer Geschichte sind die Entwicklungen rund um Uhrwerke, die hauptsächlich zur Unterhaltungszwecken eingesetzt wurden.

Dunkle Aspekte wurden 1818 in Mary Shelley's Frankenstein zum Thema. Es geht um die Erschaffung eines menschenähnlichen Lebewesens. Damit wurde eine ganz literarische Tradition begründet. Der Begriff Roboter kommt aus dem Tschechischen und bedeutet jemand, der Zwangsarbeit ausführen muss. Hintergrund ist ein Theaterstück "R.U.R" von Karel Capek aus dem Jahr 1918, in dem die Firma R.U.R. (Rossums's Universal Robots, auf biologischen Weg Zwangsarbeiter schafft, die aber dann rebellieren und die Menschheit vernichten. Das ist natürlich genau das Thema, das dann bei Matrix wieder die Hauptrolle spielt. Ebenfalls stark negativ besetzt sind die Kunstwesen wie Frankenstein oder der Golem (aus der jüdischen Folklore, ein künstlich erzeugter Mensch, durch kabbalistische Rituale zum Leben erweckt).

Der Science Fiction Schriftsteller Isaac Asimov begann dann 1940 den Begriff Robot in einer positiveren Zusammenhang mit Maschinen zu sehen. Er sagte: "meine Roboter waren Maschinen, entworfen von Ingenieuren und nicht Pseudo-Menschen, geschaffen von Gotteslästerern". Er entwarf zusammen mit dem Science Fiction Schriftsteller John W. Campbell die 3 Roboter-Gesetze, die sicherstellen sollen, dass die Maschinen keinen Schaden anrichten können, mehr dazu weiter unten.

Zum Anlass des Films "I Robot" gibt es einige gute Artikel in Wired zum Thema Roboter und Isaac Asimov (mit einer Reminiszenz an Roboter der Filmgeschichte, u.a. zurück bis zur Maria in Metropolis) (siehe dazu auch movie-monsters)und dem derzeitigen Stand der Robotertechnologie

Hier ein Link zur Website Androidworld (englisch) und dann noch ein Link zu New Scientist, wo ein Artikel über den ersten "Robot" erschienen ist, der mit richtigen Muskelzellen arbeitet. Dies geht davon weg, dass Roboter immer nur aus Metall, Plastik und Motoren bestehen müssen. Die Verwendung von richtigem Gewebe hat viele Vorteile (siehe auch die Roboter in "Bladerunner", in der Sektion Literatur).

 

Und hier ein Link zu einer anderen eher spielerisch anmutenden Disziplin Kämpfe zwischen Robotern. Ähnliche Aktivitäten, aber offensichtlich deutlich brutaler, werden in den USA (Stichwort: BattleBots) veranstaltet, jedoch müssen diese Roboter nicht zweibeinig sein, kommen in allen Formen und Arten und haben die Zerstörung des Gegners zum Ziel.

Verena Hafner hat auf dem CCC im Dez. 2005 einen interessanten Vortrag zu Geschichte der Roboter gehalten, mit vielen Bildern (pdf, 1,2 MB). Wired hat einen interessanten Artikel zu 50 Best Robots Ever.

 

Eine für meinen Geschmack unschöne Entwicklung sind die Kampfroboter, die mit Maschinengewehren ausgerüstet sind und derzeit noch nicht autonom eingesetzt werden, sondern nur über eine Fernsteuerung. Aber der Artikel im NewScientist, zitiert die Entwickler, die das nur als Übergangsschritt sehen.

Pentagon's Office of Naval Research (ONR) wants to engineer mobile robots to "understand cooperative and uncooperative" people, and inform their operator if they seem a threat. It hopes to do this using artificial intelligence software fed with data from a "remote physiological stress monitoring" system, and by using speech, face and gesture recognition. From this it would draw inferences about the threat that person poses.

Aktualisierung 2007:
In Irak sind mehr und mehr Roboter in den Einsätzen beteiligt. Die Washington Post nimmt dies zum Anlass, um über die starke emotionale Bindung zwischen den Soldaten und ihren Robot-Maschinen zu berichten. Weiter unten auch mehr zum emotionalen Verhältnis zu Robotern.

Aktualisierung Mai 2008:
Das US Pentagon schreibt in einer Studie, dass bereits 2015 ein Drittel der Bodenfahrzeuge unbemannt sein sollen und ein Drittel der Angriffsflugzeuge bereits 2010. Hier der Artikel und Fotobericht über Robots of War. Ein beeindruckendes Beispiel für den Stand der Robottechnologien bietet dieses Video eines Vierfüßler-Robots.

Hier der Wikipedia Eintrag zu SWORDS (Special Weapons Observation Reconnaissance Detection System).

 

 
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AIBO von Sony

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Androide oder nicht-androide Roboter

Stand Juni 2007

Humanoide (d.h. androide, menschenähnliche) Roboter, die wirklich auf 2 Beinen laufen und sich visuell in der normalen Umwelt orientieren können sind eine ganz andere Herausforderung. Einmal technisch, zum anderen auch von der Akzeptanz, über die viele Science Fiction Bücher geschrieben wurden.

Dass humanoide Robotor am leichtesten über das Kinderzimmer in unser Leben akzeptiert werden würden, hat Sony schon vor einigen Jahren erkannt und sich auf den Hund Aibo und jetzt den Spielzeugroboter Qrio (sehr schön der Film als Dirigent)konzentriert. Schon bei Aibo hat mich die Perfektion der Bewegungen begeisert und Qrio ist noch ein Stück besser. Durch das Rührende, das die Bewegungen des Hundes haben und durch die "süße" Größe von Qrio werden die Erinnerungen an Kunstwesen wie Frankenstein oder den Golem gar nicht erst geweckt. Auch sehenswert ist der Asimo von Honda.

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Trilobite von Electrolux- Details mit Klick auf das Foto

Den nächsten Schritt zum akzeptierten Roboter im Haushalt geht dann wohl vom Kinderzimmer in die Küche, bzw. zu Hausarbeiten. Schon seit einigen Jahren gibt es eine Reihe von Staubsaugrobotern (wobei es heute Konkurrenzprodukte

Robosapien
mit mehr Saugleistung für deutlich weniger Geld gibt, z.B. den Roomba Red), bzw. zum Rasenmähen, die derzeit aber alle noch nicht humanoid sind. Die humanoide Form wird aber für Arbeiten in der Küche notwendig sein, da Kücheneinrichtungen nun mal für humanoide Formen optimiert sind.

Ein neuer Spielzeugroboter (Ende 2004) ist der Robosapien. Das besondere daran ist nicht, dass er viel kann (er kann erheblich weniger als Aibo und Qrio), aber er kostet auch nur 99 Euro (statt 1900 für den Aibo). Der Grund dafür und die Geschichte des Spielzeugs wird ausführlich in einem NY Times Artikel erklärt (kostenpflichtig). Der Roboter wurde nämlich von einem amerikanischen Ingenieur Mark Tilden nach einem viel einfacheren Konzept entwickelt als die anderen Spielzeug-Robots: Analog-Technik statt Digital-Technik. Robosapien hat z.B. nur 7 Motoren und nur 12 KB programmierbaren Speicher. Das bedeutet, dass er nicht wirklich frei programmierbar ist, sondern nur fest eingebaute Bewegungen kennt (14 offizielle und weitere 28, die nicht im Manual dokumentiert sind), nicht sehen kann, nicht sprechen kann (nur Geräusche). D.h. im Gegensatz zu den anderen erwähnten Robots ist der Robosapien wirklich ein Spielzeug und eigentlich keine Robotplatform zur freien Programmierung. Allerdings gibt es natürlich Leute, die trotzdem Erweiterungen (Hacks) einbauen können. Eine recht gute Beschreibung des Konzepts findet sich übrigens auf der amazon website. Mark Tilden betont jetzt, dass der Robosapien gar nicht so schlecht für Erweiterungen geeignet ist: "A single screwdriver takes the RS apart and inside everything is labeled, color-coded and socketed for convenience". Fotos vom Robosapien im Fußballturnier auf der o.g. Website von Verena Hafner.

RoboMow RL 800
RoboMow, der Rasenmäher

Außer bei den Staubsaugern gibt es kommerzielle Roboter im Haushalt auch in der Form von Rasenmähern, z.B. den RoboMow RL 800 oder den Automower. Dazu gibt es die nette Anekdote, wo sich der Rasenmäher nach vielen Jahren erfolgreichen Mähens dann eines Tages in den Gartenteich gestürzt hat, den er bis dahin immer erfolgreich vermieden hatte. Dies war von den Besitzern als Selbstmord interpretiert worden, evt. hatte sich doch eine Psyche eingestellt, der die langjährige Monotonie zu viel wurde. ;-)

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Ein deutschsprachiges Diskussionsforum zu Robotern gibt es bei roboternetz.de und interessante Infos zu humanoiden Robots (einschließlich eines APIs für Robotsapien) gibt es bei der Uni Freiburg.

Noch ein überraschender Zugang zur Welt der Roboter: Lego. Mit ihrer Serie Mindstorms bieten sie Bausätze an, zu denen es mittlerweile über 40 Bücher und eine ganze Reihe von Programmiersprachen und Softwarepakete, nicht nur von Lego selbst, gibt. Hier eine Besprechung in Forbes Maqazin.

 

Emiew von Hitachi

Auf dem Gebiet der humanoiden Roboter tut sich derzeit (Ende 2004, Jan 2005) einiges. Die BBC berichtet im Februar 2005 von 3 Entwicklungen bez. effektivem Gehen, nämlich "passive dynamics". Dabei geht es darum, dass der Roboter, so wie die Menschen, den Schwung des einen Schritts für den nächsten Schritt ausnutzt. Eine Effektivitätserhöhung von Faktor 10 beim Energieverbrauch war damit möglich.

Derzeit (März 2005) tut sich sehr viel bei den Robotern. Hitachi hat den 130 cm großen Emiew vorgestellt, der auf 2 Rädern balanciert und dadurch bis zu 6 km/h schnell sein kann. Eine durchaus intelligente Lösung für das Problem der Fortbewegung. Geplant ist der Roboter wohl als Bürobote, er hat einen Wortschatz von 100 Worten (die er auch versteht), weicht Hindernissen aus und kann Händeschütteln. Ein Leserbriefschreiber im Wiener Standard bemerkt dazu, dass ein Roboter der 100 Worte kann und Händeschütteln bereits ausreichend qualifiziert wäre, dass er auch als Politiker eingesetzt werden kann.

Das unheimliche Tal (Quelle Wikipedia

Geniale Beweglichkeit (hinlegen, aufstehen, Rolle rückwärts) zeigt der Nuovo von einer Firma ZMP in Japan. Dieser kleine Robot ist ausdrücklich dafür gedacht, bei der Hausarbeit zu helfen. Kosten ca. 7000 $.

Das unheimliche Tal

Von einem "unheimlichen Tal" spricht man, wenn es um die Akzeptanz von Robotern oder Avatare durch Menschen geht. Dabei zeigt sich ein eigenartiger Effekt: Auf dem Web von einem sehr künstlich aussehenden Roboter oder Avatar (z.B. C-3PO aus Starwars) hin zu einem immer engeren Antropomorphismus (Menschenähnlichkeit) gibt es ein Tal, bei dem die schon recht menschenähnlichen Objekte unheimlich auf die Betrachter wirken. Ein sehr viel tiefer gehender Deutungsversuch findet sich auf der engl. Wikipedia zum Uncanny Valley.

Genau dieses Konzept der Unheimlichkeit wurde übrigens bereits 1906 von dem Deutschen Psychologen Ernst Jentsch entwickelt: "Zur Psychologie des Unheimlichen" und dann erst 1070 von dem japanischen Roboter-Wissenschaftler Masahiro Mori weiterentwickelt.

 

 

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Ein lustiger Avatar

Klick führt zu yello
Klick führt zur Seite mit dem Avatar

Eher kurios auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz ist dieser sympathische Avatar von Yello Strom, mit dem man(n) auch flirten kann/konnte. (März 2004). Ein weiteres Beispiel für einen solchen Avatar gibt es bei Samsung.

Viele Fragen zum Thema "künstliche Intelligenz" oder "AI", u.a. die Frage wie ein Mensch entscheiden kann, ob sein Dialogpartner ein Mensch oder Computer ist, finden sich unter dem Stichwort Turing Test ........ Da steht auch eine interessante Geschichte, wie jetzt ein "Chatbot" Pädophile im Internet jagt und ein Link zu Maschinenübersetzungen.

Zum Thema natürliches Bewusstsein hier ein Link zu einem Beitrag zur Überschätzung des Gehirns (englisch)

Das Modellieren von virtuellen Personen ist ein eigener Arbeitsbereich mit speziellen Programmen, z.B. Poser, geworden.

 

 

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Robo-Ethik - die 3 Robotergesetze von Asimov

Eine sehr interessante Fragestellung, die zum neuen Film "I, Robot" wieder neu diskutiert wurde, stellen die 3 Roboter-Gesetze von Isaac Asimov dar. Nicht in dem Sinne, dass zukünftige Robots diese wirklich implementieren müssten, sondern als interessante Gedankenexperimente zu Fragen der Technik und der Ethik. Es stellt sich nämlich dabei sehr bald heraus, dass die sehr einfach klingenden Gesetze in der Anwendung so kompliziert erscheinen, dass wohl nur ein Mensch in der Lage wäre, sie sinnvoll anzuwenden.

  • 1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen, oder durch sein Inaktivität erlauben, dass ein Mensch verletzt wird
  • 2. Ein Roboter muss Anweisungen /Befehlen von Menschen Folge leisten, außer es ergäbe sich dadurch ein Konflikt mit dem 1. Gesetz
  • 3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange sich dadurch kein Konflikt mit dem 1. oder 2. Gesetz ergibt

Diese Gesetze sind sehr einfach, klingend einleuchtend, aber Asimov zeigt in seinen vielen Kurzgeschichten, welche Konflikte und Widersprüche sich in der Praxis daraus ergeben würden. Ein (eher satirischer, aber doch ernster) Konflikt ergibt sich z.B. offensichtlich sofort daraus, dass solche Roboter kaum zu kriegerischen Zwecken eingesetzt werden könnten und das Militär hat natürlich ein sehr großes Interesse an intelligenten Maschinen und fördert deren Entwicklung ja sehr aktiv. Als Parodie wurden daher die folgenden 3 Gesetze für Militärroboter vorgeschlagen. (Auch Polizeiroboter wären mit den Asimov-Gesetzen ja nicht möglich).

  • 1. Ein Roboter darf keinen autorisierten Vertreter der Regierung verletzen, wird jedoch alle Eindringlinge unerbittlich vernichten
  • 2. Ein Roboter muss Anweisungen /Befehlen von autorisierten Vertreter der Regierung Folge leisten, außer es ergäbe sich dadurch ein Konflikt mit dem 3. Gesetz
  • 3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz um jeden Preis schützen, denn ein Roboter ist schrecklich teuer

Das Hauptproblem bei den wirklichen Robotergesetzen besteht darin, dass ein Roboter verstehen müsste,

  • was ein Mensch ist (wenn die Roboter so "klug" sind, dass sie diese Gesetze abwägen können, wird es sehr schwierig, bzw. unmöglich für einen Roboter sein, einen seiner "Kollegen" als solchen zu identifizieren. Siehe die Überlegungen zum Turing Test und zum Thema von Bladerunner, wobei es in beiden  "nur" darum geht, dass ein Mensch sein Gegenüber als Maschine erkennt. Für einen Roboter wird es logisch kaum möglich sein, einen anderen Roboter als solchen zu identifizieren, speziell wenn im Konfliktfall dafür nur wenig Zeit dafür zur Verfügung stehen würde. 
  • (eine zu eingeschränkte Definition von "Mensch" wäre natürlich eine Möglichkeit, doch Kriegsroboter zu schaffen. Man braucht dem Roboter nur eine falsche Definition von Mensch zu geben, z.B. bestimmte Rassen oder Sprachgruppen von der Definition "Mensch" auszuschließen)
  • was einem Menschen Schaden zufügt (nicht nur körperlich, sondern auch seelisch oder finanziell)
  • wie er ein seltenes, aber gefährliches Ereignis gegen ein weniger gefährliches, aber häufigeres Ereignis abwägen sollte
  • wie er abwägen sollte, wenn eine kleine Verletzung des ersten Gesetzes einer großen Verletzung des 2. Gesetzes gegenübersteht, z.B. wenn er eine Anweisung erhält, die einen minimalen Schaden, bzw. nur ein kleines Risiko für einen Menschen bedeuten würde
  • wie kann ein Roboter damit umgehen, dass die Menschen ständig riskante Sachen tun, und sei es nur die Überquerung einer belebten Straße. Wenn der Roboter das 1. Gesetz sehr streng interpretiert, muss er das Überqueren einer Straße verhindern
  • was macht er, wenn er 2 sich wiedersprechende Befehle erhält, welchen der Menschen soll er dann als "wichtiger" erachten? Diese Robotergesetze sind nämlich in einem Aspekt sehr ungewöhnlich: Der Besitzer des Roboters hat nicht mehr Rechte als irgendein Fremder, der dem Roboter begegnet und ihm Befehle gibt. Unsere Gesellschaft geht nämlich eigentlich davon aus, dass nur der Besitzer den Nutzen aus einem Gerät ziehen kann.
  • muss der Roboter auch Befehle von sehr kleinen Kindern befolgen oder von psychisch gestörten oder von kriminellen Menschen? Wie kann der Roboter entscheiden, ob der Mensch, der den Befehl gibt, wirklich weiß, was er da anrichtet?
  • wie wägt er ab, wenn er einen Menschen verletzen oder töten müsste, um andere Menschen zu retten?
  • wie kann ein Roboter einen unverbindlichen Wunsch von einem Befehl unterscheiden? ("ich wünschte, die Badezimmertür wäre an einer anderen Stelle."
  • Wie kann man mit der Tatsache umgehen, dass ein Roboter notwendigerweise immer unvollständige Informationen haben wird (so wie wir Menschen ja auch, auch wir können die Konsequenzen unseres Handelns oft nicht abschätzen). Dies könnte ein Mensch ausnutzen, in dem er z.B. einem Roboter sagt, er solle Gift in ein Glass Wasser geben, einem anderen Roboter sagt er dann, er solle das Glas einem Menschen servieren. Keiner der beiden Roboter merkt, dass er gegen das 1. Gesetz verstößt.

Hier eine ganze Website zu den 3 Gesetzen, mit vielen interessanten weiterführenden Links, von denen die meisten der hier dargestellten Problematiken stammen.

Die Website roboethics.org/ kümmert sich sehr ernsthaft um das Thema Roboter-Ethik:

    “Roboethics is an applied ethics whose objective is to develop scientific/cultural/technical tools that can be shared by different social groups and believes. These tools aim to promote and encourage the development of Robotics for the advancement of human society and individuals, and to help preventing its misuse against humankind.” (Veruggio, 2002)

Eine weitere Frage im Zusammenhang mit Robotern und Ethik ist natürlich, was tun eigentlich die Mewnschen, wenn die Roboter alle Arbeit übernehmen? Hier einige (ziemlich rohe) Gedanken zu den Themen Arbeit und Arbeitslosigkeit.

Eher ein bizarrer Aspekt von hoch-intelligenten Robotern behandelt ein Artikel in NewScientist: wie sollte ich mich verhalten, wenn Roboter rebellieren.

 

 

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Roboter aus Fleisch und Blut und fließende Übergänge

Hier ein Link zu New Scientist, wo ein Artikel über den ersten "Robot" erschienen ist, der mit richtigen Muskelzellen arbeitet. Dies geht davon weg, dass Roboter immer nur aus Metall, Plastik und Motoren bestehen müssen. Die Verwendung von richtigem Gewebe hat durchaus Vorteile (siehe auch die Roboter in "Bladerunner", besser besprochen in der Sektion Literatur).

Ähnliche, jedoch etwas andere Problematiken ergeben sich in der anderen Richtung, wenn nämlich immer mehr künstliche Teile (Prothesen) in Menschen eingebaut werden. Das werden nämlich in Zukunft immer öfter "intelligente" Prothesen sein.

Alan Goldstein, ein Professor für Biomedical Materials Engineering Science ist beunruhigt über das, was seine Disziplin in der Zukunft aus dem Menschen machen wird. Er sieht eine zwangsläufige Entwicklung zum immer mehr Veränderungen in den Menschen. Er fragt, gibt es denn jemand in der westlichen Welt, dessen Körper nicht z.B. durch Zahnkronen, Kontaktlinsen oder zumindestens durch Impfungen technisch "verbessert" wurde. Diese Entwicklung, mit der er sich hauptberuflich beschäftigt, ist bereits sehr weit fortgeschritten. Es gibt um die Implementierung von Materialien in die Körper der Menschen, erst mal nur zu Heilungszwecken, aber er bezweifelt, dass die Möglichkeiten zur Verbesserung von Körperfunktionen nicht auch genauso bereitwillig genutzt werden. Sie gibt es heute bereits Menschen, die ihre Sehstärke mit Hilfe von Lasertechnologien die eigentlich für die Behandlung von Sehfehlern entwickelt wurde, weit über das für Menschen übliche Maß hinaus verbessern.

Goldstein berichtet von Entwicklungen, bei denen mit Hilfe einer Technik Biomimetics an der Oberfläche von Implantierungen, z.B. bei Arterienverengungen, Eiweißmoleküle aufgebracht werden, die eine Abstoßung verhindern und andere Stoffe, die sich langsam im Körper auflösen und z.B. eine Vernarbung verhindern sollen. Das heißt, nicht-biologische Implantierungen werden bereits mit biologischen, wie Eiweißen, kombiniert. D.h. es werden Menschen geschaffen, die aus einer Kombination von biologischen und nicht-biologischen Stoffen bestehen. Und das nicht nur zu Heilungszwecken, sondern immer öfter auch zu "Verbesserung" unserer Biologie. Wenn das Herz schwach ist, wer würde es ablehnen, wenn dann eine Prothese eingesetzt würde, die besser als das Original ist und ein 30 Jahre längeres aktives Leben ermöglicht?

Und diese Implantierungen müssen durchaus nicht passiv sein, ein Herzschrittmacher ist ein sehr aktives Gerät. Mehr und mehr wird "Intelligenz" in diese Geräte eingesetzt, z.B. Implantierungen, die den Zuckergehalt im Blut messen und das Insulin entsprechend dosieren. Der Leistungssport wird es sich auf keinen Fall verkneifen können, diese Möglichkeiten, legal oder weniger legal, zu nutzen. Ab wieviel Verbesserungen wird man aufhören, von Menschen im herkömmlichen Sinne zu sprechen?

Hier der Link zur Behandlung ähnlicher Themen am Rahmen der Literatur und unter dem Stichwort Artificial Life.

 

 

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Verwandte Themen

Künstliche Intelligenz, bots, Avatare, u.ä.

Geschichtlicher Hintergrund von Computern, Robotics und Artificial Intellegence (englisch)

Lustige Roboterfiguren als Kunstwerke (zum Verkauf), aus Abfällen hergestellt.

 

Philipp Schaumann, http://philipps-welt.info/

Aktualisiert Mai 2008


Philipps-Welt

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